Mietkauf als Modell des Immobilienerwerbs
Es gibt neben dem Kauf von Immobilieneigentum und dem zur Miete wohnen noch eine Art Mittelweg, nämlich den so genannten Mietkauf. Im weiteren Sinne wird der Mietkauf mit dem Leasing gleichgesetzt, denn auch beim Leasing mietet man zunächst einen Sachwert und kann diesen nach Ablauf der Leasingdauer meistens optional käuflich erwerben. Der Mietkauf funktioniert ganz ähnlich, tritt allerdings im engeren Sinne nur in Verbindung mit einer Immobilie und nicht etwa mit einem Auto oder einer Maschine auf. Den Mietkauf gibt es sowohl in Deutschland als auch im Ausland, allerdings teilweise in ganz unterschiedlichen Varianten und rechtlichen Konstruktionen. Vor allem im Ausland gibt es leider auch einige unseriöse und sehr dubiose Anbieter, die vorrangig Urlauber mit solchen Mietkauf-Modellen „übers Ohr hauen“ möchten. Beim Mietkauf im Ausland, vor allem in manchen südeuropäischen Ländern, ist also ein sehr kritisches Prüfen angesagt. Prinzipiell gibt es vorrangig zwei Mietkauf-Modelle, die sowohl hierzulande als auch im Ausland ihre Anwendung finden.
Das klassische Mietkaufmodell beinhaltet zum Beispiel, dass man statt den Kaufpreis für ein Objekt zu zahlen vom Eigentümer angeboten bekommt, die Immobilie auf Mietkaufbasis „abzuzahlen“. Das häufiger genutzte Mietkaufmodell ist jedoch das so genannte Optionskaufmodell. Bei diesem Modell wird dem „Mieter“ nämlich vertraglich zugesichert, dass er die Option bekommt, dass aktuell noch gemietete Haus später erwerben zu können. Vom Grundprinzip her ist der Mietkauf aber recht einfach strukturiert und auch verständlich. Grundsätzlich möchte man eine Immobilie kaufen, wenn man sich für ein Mietkauf-Modell, zum Beispiel im Ausland als Ferienhaus, entscheidet. Statt den Kaufpreis aber nun direkt bei Vertragsabschluss an den Eigentümer zu zahlen, wird dieser Kaufpreis in Raten gezahlt, was mit einer Miete zu vergleichen ist. Der entscheidende Unterschied zur „üblichen“ Mietzahlung ist jedoch, dass die geleisteten Zahlungen auf den Kaufpreis angerechnet werden, während man durch „normale“ Mietzahlungen natürlich kein Eigentum an der jeweiligen Immobilie erwirbt, sondern diese gezahlte Miete ist dann aus Sicht des Mieters „verloren“.
Nach diesem Zeitraum muss er sich entscheiden, ob er die Immobilie kaufen möchte oder nicht. Sollte er sich für den Kauf entscheiden, werden die bisherigen Mietzahlungen mit dem Kaufpreis verrechnet. Entscheidet er sich jedoch gegen den Kauf der Immobilie, so muss der Mieter meistens ausziehen und auch die bis dato gezahlte Miete ist „verloren“ und wird nicht in irgendeiner Weise angerechnet. Grundsätzlich fragt man sich beim Mietkauf natürlich, welchen Vorteil dieses Modell für den Käufer und Verkäufer/Vermieter haben kann und ob es eventuell auch Kosten, Gebühren und Provisionen für den Käufer/Mieter zu beachten gibt, die vielleicht bei der normalen Miete oder dem direkten Kauf einer Immobilie nicht anfallen würden. Bezüglich dieser etwaigen Gebühren und Provisionen ist zunächst einmal zu sagen, dass auch beim Mietkauf meistens eine Maklerprovision zu zahlen ist, denn auch Mietkauf-Objekte werden zu mehr als 90 Prozent über einen Immobilienmakler vermittelt. Bezüglich dieser Provision gibt es vorrangig zwei Modelle, die für den Käufer/Mieter mit ganz unterschiedlich hohen Kosten verbunden sein können. Denn einmal muss nur die Provision für die Miete gezahlt werden und alternativ sieht das zweite Modell vor, dass nach der Mietprovision auch noch die volle Provision für den Kauf anfällt.
